Vodafone kündigen: Fristen, Kündigungsbutton und Sonderkündigung
Oktober 18, 2026
Vodafone zu kündigen dauert ein paar Minuten. Schwierig wird es an anderer Stelle: Du musst wissen, bis wann deine Kündigung ankommen muss, ob du früher rauskommst und was danach noch zu tun ist. Hier steht alles zu Handy, DSL und Kabel, mit den Regeln, die seit Dezember 2021 für dich gelten.
Bis wann du bei Vodafone kündigen kannst
Die meisten Vodafone-Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Zum Ende dieser Zeit kannst du kündigen. Wie lange vorher, hängt davon ab, wann du unterschrieben hast:
- Vertrag seit dem 1. März 2022: höchstens ein Monat Kündigungsfrist zum Ende der Mindestlaufzeit.
- Älterer Vertrag: hier können noch bis zu drei Monate Frist stehen. Schau in deine Vertragsunterlagen.
Verpasst du die Frist, läuft der Vertrag weiter, laut Vodafone auf unbestimmte Zeit und nicht mehr für ein ganzes Jahr. Nach § 56 TKG kannst du ihn dann jederzeit mit einem Monat Frist kündigen. Das gilt auch für Verträge, die vor Dezember 2021 geschlossen wurden. Vodafone muss dich vor der Verlängerung darauf hinweisen.
Eine Falle gibt es: Verlängerst du den Vertrag, etwa mit einem neuen Handy, beginnt eine neue Mindestlaufzeit, meist wieder 24 Monate.
Dein genaues Vertragsende findest du in MeinVodafone oder auf deiner Rechnung. Rechne von dort um die Kündigungsfrist zurück. Es zählt der Tag, an dem die Kündigung bei Vodafone ankommt.
Gerade erst abgeschlossen? Dann widerrufen
Hast du den Vertrag online oder am Telefon abgeschlossen, kannst du ihn innerhalb von 14 Tagen ohne Grund widerrufen (§§ 312g, 355 BGB). Das ist keine Kündigung: Der Vertrag wird rückgängig gemacht, und du musst keine Mindestlaufzeit abwarten. Vodafone hat dafür auf derselben Seite wie die Kündigung einen eigenen Punkt „Vertrag widerrufen“.
Kündigen über den Kündigungsbutton
Seit Juli 2022 müssen Anbieter, bei denen du online abschließen kannst, auch online eine Kündigung ermöglichen, ohne Login (§ 312k BGB). Bei Vodafone kündigst du online über vodafone.de/retoure, ganz ohne Login. Das Formular fragt:
- Name, Anschrift und E-Mail-Adresse,
- deine Kundennummer (oben rechts auf der Rechnung),
- die Vertragsnummer oder Rufnummer,
- den Kündigungstermin. Lässt du ihn frei, gilt „so früh wie möglich“.
Danach klickst du auf „Jetzt kündigen“. Vodafone weist selbst darauf hin, dass du die folgende Seite speichern oder einen Screenshot machen sollst, denn das ist deine Eingangsbestätigung. Hast du mehrere Verträge, etwa Handy und Kabel-Internet, gib jeden mit seiner eigenen Vertragsnummer an.
Kündigen per Brief oder E-Mail
Du musst den Button nicht nutzen. Für Verträge seit Oktober 2016 darf Vodafone keine strengere Form als die Textform verlangen. Ein Brief oder eine E-Mail reicht, eine Unterschrift ist dann nicht nötig. Ein Anruf ist kaum zu beweisen.
In die Kündigung gehören Name, Anschrift, Kundennummer, Vertrags- oder Rufnummer und der Satz „Hiermit kündige ich meinen Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Bitte um eine Bestätigung mit dem Vertragsende. Ein kurzes Beispiel:
Kündigung meines Vertrags, Kundennummer [Kundennummer], Vertrags- oder Rufnummer [Nummer]. Hiermit kündige ich den oben genannten Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang und das Vertragsende. [Name, Anschrift]
Ist die Frist knapp, schick einen Brief als Einwurfeinschreiben, denn im Streitfall musst du beweisen, dass die Kündigung angekommen ist. Die Postanschrift steht auf deiner Rechnung.
Sonderkündigung beim Umzug (§ 60 TKG)
Ein Umzug beendet deinen Vertrag nicht automatisch. Bietet Vodafone deinen Tarif an der neuen Adresse an, zieht der Vertrag mit, und zwar mit der bisherigen Laufzeit. Vodafone darf dafür ein Entgelt verlangen, höchstens so viel wie für einen neuen Anschluss.
Kann Vodafone an der neuen Adresse nicht liefern, darfst du mit einem Monat Frist kündigen, wirksam zum Auszug oder später. Frag also früh nach, ob die neue Adresse versorgt wird, dann zahlst du nicht über den Auszug hinaus. Das betrifft vor allem DSL und Kabel. Beim Handy ändert ein Umzug innerhalb Deutschlands meist nichts.
Sonderkündigung nach einer Preiserhöhung
Ändert Vodafone den Vertrag einseitig zu deinem Nachteil, etwa mit einem höheren Monatspreis, darfst du ohne Kündigungsfrist und ohne Kosten kündigen (§ 57 TKG). Dafür hast du drei Monate ab Zugang der Mitteilung. Der Vertrag endet frühestens an dem Tag, an dem die Änderung wirksam wird. Vodafone muss dich einen bis zwei Monate vorher auf einem dauerhaften Datenträger informieren, etwa per Brief oder E-Mail, und auf dein Kündigungsrecht hinweisen.
Prüf jedes Schreiben über eine „Preisanpassung“ deshalb sofort. Liegt es länger als drei Monate herum, ist dieses Recht weg.
Ist dein Internet dauerhaft deutlich langsamer als vereinbart, darfst du den Preis mindern oder fristlos kündigen. Als Nachweis dient eine Messung mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur.
Nach der Kündigung: drei Dinge erledigen
1. Kündigungsbestätigung prüfen. Vodafone muss dir den Eingang der Kündigung und das Vertragsende bestätigen. Prüf das Datum. Kommt keine Bestätigung mit Vertragsende, frag schriftlich nach.
2. Rufnummer mitnehmen. Die Mitnahme kostet seit Dezember 2021 nichts. Du beauftragst sie bei deinem neuen Anbieter, der sich um den Rest kümmert. Achte darauf, dass Name, Anschrift und Geburtsdatum bei beiden Anbietern gleich sind. Deine Handynummer kannst du jederzeit mitnehmen, auch vor dem Vertragsende. Den alten Vertrag zahlst du dann trotzdem bis zum Ende. Nach dem Vertragsende kannst du die Mitnahme noch bis zu einem Monat lang beantragen. Eine Festnetznummer geht nur mit, wenn die Vorwahl gleich bleibt.
3. Router zurückschicken. Ein gemieteter Router bleibt Eigentum von Vodafone. Schick ihn mit Zubehör innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende zurück, mit dem Retourenschein aus dem Retourenportal. Sonst stellt Vodafone dir das Gerät in Rechnung. Wechselst du den Anbieter, nutz den alten Anschluss, bis der neue läuft, und schick den Router erst danach. Heb den Einlieferungsbeleg auf.
Hast du eine E-Mail-Adresse bei Vodafone, sichere wichtige Mails rechtzeitig. Nach § 56 TKG muss Vodafone dir nach Vertragsende noch eine angemessene Zeit lang kostenlos Zugang lassen, unbegrenzt ist das aber nicht.
Mehr zu Fristen und Kündigungsbutton bei allen Verträgen: Vertrag kündigen: Fristen, Kündigungsbutton und Textform einfach erklärt.
Fristen aufschreiben statt merken
Notier dir nach dem Abschluss nicht nur das Vertragsende, sondern den letzten Tag, an dem deine Kündigung ankommen muss. Bei einem Handyvertrag und einem Internetvertrag sind das schon zwei Termine, im Haushalt oft mehr. Sprecht ab, wer welchen Vertrag im Blick hat, sonst denkt jeder, der andere kümmert sich.
Notenz hält die Verträge, Rechnungen, Abos und Dokumente deines Haushalts an einem Ort, gemeinsam mit deinem Partner. Trag dein Kündigungsdatum einmal ein, und Notenz erinnert dich rechtzeitig vorher.